TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation)

Die transkutane elektrische Nervenstimulation ist eine sehr wirkungsvolle, gefahrlose und alternative Behandlungsmethode gegen Schmerzen.

Die Wirkung der Therapie ist in großen klinischen Studien untersucht worden und hat sich seit mehr als 20 Jahren in vielen Ländern bewährt. Auch bei Erkrankungen mit lange bestehenden Schmerzen jeder Art lässt sich oft noch eine gute Schmerzausschaltung erzielen.

Es ließ sich nachweisen, dass durch TENS köpereigene schmerzausschaltende Systeme aktiviert werden. Die “Gate-Control-Theorie” des Schmerzes oder kurz “Gate-Theorie” erklärt, unter welchen Voraussetzungen Schmerzen empfunden werden und dass unter bestimmten Umständen Schmerzsignale nicht zum Gehirn weitergeleitet werden.

Die Gate-Theorie verfolgt den Grundgedanken, dass eine aktuelle Schmerzübertragung zum Gehirn durch sich schließende Tore auf der Höhe des Rückenmarks und im Thalamus, der Schaltzentrale zwischen Rückenmark und Großhirn, blockiert wird. Es befinden sich theoretisch Tore im Weg der Schmerzübertragung, die geöffnet oder geschlossen werden können, und die damit über die Wahrnehmung oder Nicht-Wahrnehmung von Schmerzen entscheiden.

Kerngedanke der Theorie ist es, daß die dicken Nervenfasern die Schmerz-Tore schließen, während die dünneren Nervenfasern diese öffnen. Ohne irgendeine Stimulation verhalten sich die dünnen und dicken Fasern ruhig und das Tor (das sog. inhibitorische Interneuron) blockiert das Signal zu der sog. Projektionsnervenfaser, die mit dem Gehirn verbunden ist: Das Tor ist geschlossen, und es gibt keine Schmerzempfindung. Mit einfachen Worten: Die einzige Aufgabe des Tores ist es, die Signale daran zu hindern, die Nervenbahn zu erreichen, die dem Gehirn weitermeldet, wenn etwas weh tut.

Bei einer nicht-schmerzhaften Stimulation (z.B. Tastreiz) wird das Signal über die dicken Nervenfasern weitergeleitet und das Tor geschlossen. Bei geschlossenem Tor wird kein Schmerz empfunden.

Im Falle einer schmerzvollen Stimulation (z.B. Verbrennen) erfolgt die Signalweiterleitung über die dünnen Nervenfasern. Das Schmerztor wird geöffnet und das Signal gelangt bis zum Gehirn, Schmerz wird wahrgenommen.